Wie sich Unternehmer selbst sabotieren, gerade wenn es läuft

Vor einiger Zeit habe ich in einem Business- oder Marketing-Buch (mir fällt nicht mehr ein, welches es war) etwas gelesen, das mich verwunderte…

Es ging um den Grund, weshalb Marketing und am Ende auch viele Unternehmen scheitern.

Der Grund, den das Buch dazu nannte, war folgender:

“The problem is that people stop doing the things that are already working.”

Als ich das damals las, machte es für mich wenig Sinn.

Ich fragte mich, warum jemand aufhören sollte, etwas zu tun, das funktioniert?

Doch im Laufe der Jahre wurde ich eines Besseren belehrt und sehe genau dieses Muster immer wieder. Gerade beim Thema Ads und Marketing.

Ein Beispiel…

Ein Kunde hat seine Kampagnen am Laufen. Sie produzieren Resultate. Eigentlich ist alles genau so, wie es sein soll.

Am Anfang herrscht Begeisterung. Doch irgendwann stellt sich Gewohnheit ein. Oder es tauchen Probleme auf, die Arbeit erfordern.

Das Team des Kunden hat Schwierigkeiten, die über Ads eingehenden Kontakte in zahlende Kunden zu verwandeln.

Oder der Kunde stolpert über einen „Influencer“ oder eine Agentur, die ihm unrealistische Dinge verspricht und plötzlich hat er das Gefühl, seine bereits starken Kampagnen seien „noch nicht gut genug“.

In den meisten Fällen passiert dann eine dieser beiden Dinge:

  1. Der Kunde entscheidet, dass die aktuellen Ads nicht so funktionieren, wie sie sollten und sucht nach einem anderen Kanal, statt sein Team im Verkauf oder Follow-up zu trainieren.
  2. Der Kunde geht einer Laberbacke auf den Leim, die ihm große Versprechen macht, wirft das komplette bereits laufende Ad-Setup über den Haufen und merkt am Ende, dass all die Versprechungen nur heiße Luft waren.

Beide Szenarien – und ja, ich sehe sie immer wieder – sind genau das, was in diesem Buch beschrieben war:

Man hört auf, das zu tun, was bereits funktioniert.

Lange Zeit habe ich überlegt, was wohl dahinter steckt, dass Menschen diese Dinge immer wieder tun (mich selbst eingeschlossen).

Zwei Dinge kommen mir dabei immer wieder in den Sinn:

  1. Gewohnheit – und der Wunsch nach etwas Neuem
  2. Shiny-Object-Syndrom – und die Suche nach dem einfachsten Weg

Wir alle mögen Dinge, die neu sind. Doch alles Neue verliert irgendwann seinen Reiz. Und genau dann ist oft Arbeit gefragt.

Ads laufen gut, doch plötzlich gibt es Probleme im Verkauf. Ads werden teurer, doch es fehlen Ideen für neue Angebote oder Creatives.

Was es auch ist…

In fast allen Fällen liegt das eigentliche Problem nicht darin, dass etwas nicht mehr funktioniert, sondern darin, dass man aufhört, sich um das zu kümmern, was bereits funktioniert hat.

Ads bringen Leads, aber niemand kümmert sich ernsthaft darum, wie diese Leads sauber weitergeführt werden.

Ads laufen profitabel, aber statt sie zu stabilisieren, wird nach dem nächsten Hebel gesucht.

Ads machen genau das, was sie sollen, doch weil es nicht mehr „neu“ ist, fühlt es sich plötzlich “falsch” an.

Und genau hier scheitern viele. An der eigenen Ungeduld.

Statt sich die Frage zu stellen “welche neuen Dinge können wir machen?”, glaube ich immer mehr, die wirklich wichtige Frage ist:

“Wie können wir mehr von den Dingen tun, die bereits bewiesen haben zu funktionieren.”

So viel für heute…

Bis bald

Björn Baumann

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