Letzte Woche bekam ich folgende Frage eines Kunden…
„Was ist der Grund, dass wir die Videos für unsere Ads in 30fps und nicht in 60fps drehen sollen?“
Mir ging es ähnlich wie wahrscheinlich dir gerade und ich dachte mir…
„Hä? Was meint er damit?“
Bis mir dann klar wurde, dass er sich damit auf ein Dokument bezog, das ich all meinen Kunden schicke, denen ich bei Ads helfe.
Es ist ein kleiner Leitfaden zur Video-Produktion. Ich liefere dem Kunden Skripte und was sie sagen sollen, der Kunde macht das Video und ich mache die Ads daraus.
Als ich meinen Leitfaden öffnete, erschloss sich mir die Frage des Kunden. Denn im Leitfaden hatte ich unter anderem die offiziellen Empfehlungen von Meta für Video-Ads mit eingefügt.
Und einer der Punkte war eben 30fps (also Bildwiederholrate).
Und wenn du jetzt – wie ich – damit nicht wirklich etwas anfangen kannst, dann keine Sorge. Denn für die Effektivität deiner Werbeanzeigen ist das in den meisten Fällen komplett belanglos.
Und genau das war auch der Grund, weshalb ich über die Frage des Kunden kurz verwundert war.
Denn ich selbst hatte mich noch nie gefragt, weshalb dort 30fps und nicht 60fps oder sonst etwas steht. Noch hatte ich diese Frage jemals von einem Kunden bekommen.
Versteh mich nicht falsch…
Ich kreide dem Kunden hier nicht an, falsche Fragen zu stellen. Im Gegenteil…
Fragen stellen ist gut.
Doch in diesem Fall zeigt es ein Problem, das nicht nur bei Werbeanzeigen, sondern generell im Unternehmertum immer wieder auftritt…
Und zwar der Fokus auf die falschen Dinge.
Das Problem war nicht die FPS-Frage an sich.
Das wirkliche Problem war, dass er mit dem Aufsetzen seines Ad-Accounts, seiner Landingpage und einigen anderen Dingen über die letzten Wochen etwas nachlässig gewesen war.
Und inzwischen brannte ihm ein wenig die Haut unter den Nägeln, weil ihm die zahlenden Kunden fehlten.
Deshalb sagte ich ihm auf seine Frage mit den FPS folgendes…
„Ob du die Videos in 30, 60 oder 500 fps lieferst, wird kaum einen Unterschied machen.
Das Wichtigste ist erstmal, dass du überhaupt welche machst.
Denn bisher hast du keine.
Und solange du keine hast, hat da draußen auch niemand die Möglichkeit, von deinem Angebot zu erfahren.
Fang erstmal an, die Videos nach dem Leitfaden aufzunehmen, den ich dir geschickt habe.
Um die Details kümmern wir uns später.“
Er verstand sofort, was ich meinte, stimmte zu und schickte mir kurze Zeit später einen Ordner mit seinen ersten Videos.
Und genau das ist der Punkt…
Viele Unternehmer überschätzen technische Details und unterschätzen die eigentliche Botschaft.
Sie machen sich Gedanken über Bildwiederholraten, Kameraeinstellungen oder andere Feinheiten…
Während sie noch gar nichts veröffentlicht haben.
Dabei bewertet der Markt keine Entwürfe.
Er bewertet nur das, was tatsächlich veröffentlicht wird.
Und bevor du darüber nachdenkst, ob dein Video mit 30 oder 60 fps aufgenommen wurde, solltest du sicherstellen, dass überhaupt eines existiert.
Denn die meisten Kampagnen scheitern nicht an technischen Feinheiten.
Sie scheitern daran, dass niemand sie jemals zu Gesicht bekommt.
Bis bald
Björn Baumann