Einer meiner wichtigsten Grundsätze im Leben

Kurz nachdem ich mich Mitte 2017 selbständig gemacht hatte, bekam ich massenweise gutgemeinte Ratschläge von anderen.​

​Ich kündigte meinen Job mit gerade mal einem potentiellen Kunden im Gepäck. Würde ich heute anders machen aber vielleicht war es genau der richtige Druck, um die Sache ans laufen zu bringen.​

​Mein erstes Geld als Freelancer verdiente ich durch das optimieren von Amazon Listings für Verkäufer aus den USA und UK. Keyword Recherche und Sales Copy, die anstatt über das Produkt mehr über den Kunden spricht.​

​Mehr oder weniger durch Zufall hatte ich hiermit eine lukrative Nische gefunden die funktionierte.​

​In den Monaten vor meiner Kündigung recherchierte ich zum Thema Freelancing massenweise im Internet: ​

​- Wie finde ich meine ersten Kunden​

​- Wie mache ich meinen Preis​

​- Was muss alles auf eine Rechnung drauf​

…und all die anderen, typischen Fragen.​

​Natürlich bemerkte auch Google mein Interesse am Thema. Ich bekam nicht nur Empfehlungen für Content sondern auch Links zu Artikeln in irgendwelchen Zeitschriften und Magazinen mit Ratschlägen für angehende Freelancer.​

​Ich erinnere mich noch genau an einen Artikel über einen Programmierer, der als Freelancer in München unterwegs war. ​

​Das Titelbild des Artikels war ein graues Bild mit einer tristen Stadtlandschaft im Hintergrund. Am Seitenrand des Bildes saß eine Person mit Hoodie und aufgezogener Kapuze. Der starre Blick gerichtet auf die graue, menschenleere Stadt. Das Bild hatte was Apokalyptisches.​

​Der Titel ging irgendwie so:​

„[Name] verdient im Schnitt x€ als Freelancer. Dabei gehen x€ bereits für die Miete drauf. Geld ansparen gelingt nicht jeden Monat.“

​Der ganze Artikel hatte einen düsteren, melancholischen Unterton. Als wäre das Leben des IT Freelancers voller Angst, Ungewissheit und Sorge.​

„Wie [Name] mal seine Rente bestreiten will weiß er noch nicht. Im Moment versucht er jeden Monat Geld auf die Seite zu legen, auch wenn das nicht immer gelingt.“

„[Name] hat zuletzt einen gut zahlenden Kunden verloren und muss nun wieder nach neuen Projekten Ausschau halten. In seiner kleinen Wohnung des 20-stöckigen Wohnhauses verbringt er die meiste Zeit seines Arbeitstages.“

​Irgendwie klang der Artikel wie die Geschichte eines armen, indischen Farmers dem hin- und wieder mal die Ernte flöten geht. Jemand der gezwungenermaßen „von Tag zu Tag“ leben muss und wenig Kontrolle über sein Leben hat. Trist, grau, einsam und mit wenig Perspektive für die Zukunft.​

​Beim Lesen des Artikels bekam ich schlechte Laune. Die nächsten Tage und Wochen bekam ich weitere Vorschläge für ähnliche Artikel. Viele folgten folgtem einem ähnlich negativen Muster.​

​Für gewöhnlich beziehe ich 90% meines Contents aus englisch-sprachigen Quellen. All diese „negativ Artikel“ waren deutsche Artikel. Freelancing wurde – zumindest unterschwellig – als riskant, gefährlich und unprofitabel dargestellt. Für jemanden der sich gerade frisch mit dem Thema beschäftigt nicht beonders motivierend.​

„Man muss sich heute mit Menschen messen, die bereit sind für 5 Euro Stundenlohn zu arbeiten.“

„x% der Freelancer arbeiten nahezu für Mindestlohn.“

​BlaBlaBla​

​All diese Artikel waren geschrieben von Redakteuren eines Magazins oder einer Zeitung. Ich geh schwer davon aus, dass nicht ein einziger dieser Menschen selbst jemals auch nur annährend als Freelancer tätig war. Und wenn, dann wohl nicht besonders erfolgreich.​

​Nach ein paar Monaten in meiner Selbständigkeit dachte ich an diese Artikel zurück…​

​Zu keiner Zeit musste ich für Mindestlohn arbeiten. Und zu keiner Zeit musste ich Stundensätze für 10 Euro annehmen, weil die Konkurrenz aus Indien zu groß war. (Um ehrlich zu sein, hab ich noch nie „auf Stunde“ gearbeitet und hab es auch gar nicht vor). Für einen Moment dachte ich fast, dass ich einfach nur Glück hatte und bald „die Realität“ spüren würde.​

​Dabei hat nichts davon damit zu tun, dass ich „besser“ bin als andere. Oder damit, dass ich auf irgendeine Weise besonders „toll“ bin.​

​Es hat einzig damit zu tun, dass ich bei nahezu allem folgendem Grundsatz folge: ​

„Hör nicht auf den Rat von jemandem, der nicht bereits dort ist wo du selbst mal hin möchtest“

​Wieso sollte ich auf die Angstgeschichten und Negativ-Stories irgendwelcher Verlags-Redakteure hören, die selbst noch nie als Freelancer gearbeitet haben?​

​Wieso soll ich auf den Rat von Menschen hören, die wahrscheinlich ihre ganze Karriere lang darauf getrimmt wurden wie ein „Mitarbeiter“ zu denken anstatt zu denken wie ein Unternehmer?

Wenn ich mir das zum Fokus gemacht hätte, dann würde ich wahrscheinlich wirklich für Mindestlohn arbeiten oder hätte meine Freelancer-Idee gleich zu Beginn wieder verworfen.

Einer meiner wichtigsten Grundsätze war und ist es auf Menschen zu hören, die bereits dort sind wo ich selbst mal hinmöchte.

Einfaches Beispiel:

​Tim, ein Junge im heranwachsenden Alter möchte später mal Tesla fahren.​

​Tim erzählt davon seinem Onkel. Der Onkel führt ein sehr „bodenständiges“ Leben und fährt jeden Tag ne Stunde mit dem Bus zur Arbeit. Meistens ist er mürrisch, meckert gerne über seinen Job und findet „reiche Menschen“ grundsätzlich doof.

Ebenso erzählt Tim dem Vater seines Kumpels von seinem Wunsch. Dieser hat sich gerade erst einen brandneuen Tesla in die Garage gestellt. Der Vater des Kumpels ist seit vielen Jahren erfolgreicher Unternehmer. Er teilt mit Tim die Begeisterung für schnelle Autos.

Was glaubst du würden diese beiden Menschen Tim erzählen?

Wer von den beiden würde Tim bei seinem Wunsch bestärken und wertvolle Tipps geben? Und wer von den beiden würde Tim wohl eher entmutigen und für seine Ziele belächeln?

Wie denkst du stehen die Chancen, dass Tim sich seinen Wunsch erfüllen kann wenn er A) auf seinen Onkel hört oder B) auf den Vater seines Kumpels?

Nun zu dir…

Was sind deine Wünsche und Ziele?

Hörst du dabei auf Menschen, die diesen Weg bereits gegangen sind? Oder hörst du eher auf Menschen, die dir zeigen wollen weshalb es nicht funktionieren kann?

Denk mal drüber nach…

So viel für heute.

Cheers​

Björn

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