Copywriting vs. Content-Writing – Was ist der Unterschied?

Folgendes Szenario kommt immer wieder mal vor:

Potentieller Kunde (PK): Hi, ich suche einen Copywriter für mein online/eCommerce Business.

Ich: Bei was genau brauchst du Hilfe?

PK: Ich möchte, dass jemand Blogartikel für mich schreibt

oder…

PK: Was kostet es, wenn du für mich arbeitest?

Ich: Kommt drauf an, was du möchtest. Meine Preise fangen bei x Euro für y Projekt an.

PK: Was? Wieso ist das so teuer? Ich hab noch nie mehr als 50 Euro die Stunde für einen “Texter” bezahlt.

Copywriting und Content-Writing sind zwei verschiedene paar Schuhe.

Und besonders im deutschsprachigen Raum passiert es oft, dass das eine mit dem anderen verwechselt wird. 

Im Deutschen wird oft vom “Texter” gesprochen. Jemand der “Worte textet.” Wo ist ja erstmal egal, denn Texte sind ja schließlich Texte…

Oder etwa nicht? 

Ramit Sethi ist einer der weltweit erfolgreichsten Blogger. Mit seinen Produkten zum Thema Freelancing, online Business, Geld verdienen, verhandeln etc. macht er jedes Jahr zig Millionen Dollar. Den Großteil seines Erfolges führt Ramit zurück auf einen ganz bestimmten Skill: Copywriting.

„The closer you are to the money, the more you can potentially charge“ – Ramit Sethi

Dieser Satz blieb mir hängen, als ich vor ein paar Jahren das erste mal über Ramits Programme gestolpert bin.

„Je mehr Umsatz mein Kunde auf meine Arbeit zurückführen kann, desto mehr kann ich ihm berechnen…

Hmm… macht Sinn.”

Vor langer Zeit hab ich mal ein paar Jahre im Vertrieb gearbeitet. Ich erinnere mich noch genau, wie in den Pausenräumen der einzelnen Filialen Listen hingen. Auf den Listen stand  der aktuelle Umsatz, den die einzelnen Mitarbeiter im jeweiligen Monat bereits erwirtschaftet hatten. Es gab nicht nur die Listen der eigenen Filiale, sondern auch der anderen Filialen des Unternehmens. Ähnlich wie nen Zwischenstand beim Formel 1 Rennen. Platz 1, 2, 3 usw.

Die Listen wurden wöchentlich von der Geschäftsleitung aktualisiert und verschickt. Im Endeffekt war es nichts anderes als den Konkurrenzkampf innerhalb des Unternehmens weiter anzustacheln.

Da die einzelnen Filialen oft nicht weit auseinander waren kam es vor, dass man sich die Kunden untereinander streitig machte. Getreu dem Motto: Wozu braucht man schon Wettbewerber, wenn der größte Wettbewerb im eigenen Unternehmen ist? Ganz schön doof, aber so wars halt mal.

Gute Zahlen bedeuteten Geld und fette Prämien. Je höher der Umsatz und die Verkäufe, desto höher der Bonus am Monats- bzw. Jahresende und desto mehr Geld für Cabrio und Urlaub in der Karibik. 

Moment… Was hat das jetzt mit Content- oder Copywriting zu tun?

Naja… ne ganze Menge. 

Im Prinzip ist Copywriting nichts anderes als verkaufen. Nur halt nicht von Gesicht zu Gesicht sondern mit dem geschrieben Wort in Form von E-Mails, Landingpages, Video Skripts etc.

Copywriting hat immer zum Ziel den Leser zum Handeln zu bringen. In den meisten Fällen ist diese Handlung der Kauf eines Produktes oder Services. Es kann aber genauso gut ein Klick oder die Anmeldung für ein Webinar oder Telefongespräch sein.

Copywriting basiert auf den Prinzipien der Psychologie und des menschlichen Verhaltens. Es geht darum den Leser zu einer Handlung zu bringen und weniger um “Schönschreiberei” oder grammatikalisch korrekte Ausdrucksweise.

Und genau das ist der Punkt, worin sich Copywriting von Content- Writing unterscheidet…

Content-Writing hat zum Ziel Wissen oder Informationen zu vermitteln. Content-Writing ist viel mehr redaktionell und journalistisch geprägt und weniger “verkaufsorientiert” als Copywriting. 

Klassisches Content-Writing sind Artikel, Blog Posts oder eBooks mit dem Ziel dem Leser Wissen zu vermitteln. Oft wird Content auch dazu genutzt um sich selbst als Autorität auf einem Gebiet oder in einer Nische zu positionieren. Man schreibt Artikel oder Bücher um dem Leser zu “unterrichten” und somit selbst Kompetenz zu beweisen.  

Sind Content Writing und Copywriting also immer komplett isoliert zu betrachten? 

Ganz und gar nicht. 

Erstklassiger Content nutzt Copywriting Techniken um den Leser zu einer Handlung zu bewegen. So z.B. ein Artikel, der am Ende den Leser zur Anmeldung für ein eBook oder Webinar bewegt. Oder ein Artikel, der am Ende zu einer Landingpage führt um ein Produkt zu verkaufen.

Copywriting – auf der anderen Seite – sollte nicht zu 100% aus gnadenlosem High-Pressure Sales Pitch bestehenden sondern durch informativen Content dem Leser einen Mehrwert bieten. Wie z.B. eine E-Mail, die am Ende ein Produkt verkauft aber schon alleine durchs lesen für die Zielgruppe interessant und hilfreich ist.

Fassen wir nochmal kurz zusammen:

Copywriting ist Verkaufen mit dem geschriebenen Wort. Copywriting nutzt die Prinzipien von Psychologie um den Leser zu einer Handlung zu bringen.

Content Writing ist eher klassisches Schreiben bzw. “Texten”. Es geht hier weniger darum den Leser zu beeinflussen oder zum Handeln zu bringen sondern um Informationen zu vermitteln.

Faustregel für Unternehmer, die einen „Texter“ suchen:

Wenn du Hilfe bei Blog Artikeln, eBooks oder Social Media Posts suchst, dann schau nach einem Content Writer (im deutschen oft „Texter“ genannt).

Wenn du etwas verkaufen möchtest und Texte für Facebook Werbung, E-Mail, Google Ads oder Landing Pages brauchst dann schau nach einem Copywriter. 

Gute Copywriter sind dazu da um die Kasse klingeln zu lassen. Ein Copywriter arbeitet – wie oben beschrieben – nah am Geld und kann daher auch weitaus höhere Preise als ein klassischer Content-Writer haben.

So viel für heute und viel Spaß beim „texten“

Cheers

Björn

PS: Meinen damaligen Vertriebsjob hab ich kurz nach der Ausbildung an den Nagel gehängt. War mir zu viel „high-pressure sales“ und „chacka-chacka“. Und vor allem musste ich Produkte verkaufen von denen ich wusste, dass sie dem Kunden nicht helfen würden.

Wenn du generell gerne verkaufst oder verkäuferisches Talent hast kann Copywriting ein wunderbarer Weg sein Geld zu verdienen. Und das beste: Du musst dazu nicht zwangsweise in nem grauen Büro sitzen und dir den ganzen Tag das Geschwätz der Kollegen anhören 😉

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